| Seit den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts gibt es in Dänemark Bestrebungen, Reetdächer brandschutztechnisch zu verbessern. Hierbei wurden effektive Methoden entwickelt, die zu einer Reduzierung des Abbrandverhaltens von Reetdächern führen. In den letzten Jahren wurde jedoch festgestellt, dass ein Teil der Reetdächer mit den bis dahin verwendeten Brandschutzsystemen eine deutlich geringere Lebensdauer hatten. Dies führte dazu, dass viele Reetdachdecker von diesem Brandschutzsystemen abrieten. Erste Annahmen gehen davon aus, dass die bisher verwendeten Brandschutzsysteme in vielen Fällen die Trocknung des Reetdaches dermaßen verhinderten, dass die Lebensdauer des Daches zum Teil um mehr als die Hälfte verringert wurde. Der Brandschutz von Reetdächern mit den bisher bekannten Methoden ist eine recht kostspielige Angelegenheit; so liegen die Kosten je nach System bei 30,00 Euro und mehr pro Quadratmeter. Bei Gauben und komplizierten Dachaufbauten erhöht sich der Preis meistens noch. Dies war der Ausgangspunkt für die Entwicklung einer alternativen Methode für den Brandschutz von Reetdächern. In verschiedenen Versuchen wurden diverse Materialien auf ihre mögliche Tauglichkeit für die Entwicklung eines neues Brandschutzsystems überprüft. Das Ergebnis der Versuche war ein Glasgewebe, das dicht an der Unterseite des Reetdaches verlegt wird und welches für die meisten Brandszenarien eine hervorragende Lösung bietet. Im Februar und März 2003 wurden dann zwei große Brandversuche im Maßstab 1:1 bei Carlo Christensen auf Djursland durchgeführt. Hierzu wurde ein kleines Testhaus mit ca. 50 Quadratmeter Dachfläche errichtet und mit Reet eingedeckt. Das Reetdach des Hauses wurde an der Dachtraufe, der Wind zugewandten Seite, angezündet. Beim ersten Versuch brannte das Dach 30 Minuten, bevor die Feuerwehr mit den Löscharbeiten begann. Dazu wurde das Dach mit einem feinen Wasserstrahl besprüht. Danach wurde das Reet auf beiden Seiten des immer noch qualmenden Daches heruntergenommen. Am Ende des Versuchs wurde jedoch festgestellt, dass das System in einigen Bereichen noch verbessert werden musste, da das Glasgewebe sowohl im First als auch im Traufbereich ein durchgebranntes Loch aufwies. Beim zweiten Versuch brannte das Dach 38 Minuten, bevor mit den Löscharbeiten und dem Herunternehmen des Reets begonnen wurde. Der verbesserte Kantenschutz sowie ein zusätzlicher Schutz des Firstes führten zu einem besseren Brandverhalten gegenüber dem ersten Versuchsaufbau. So war dieses Mal ausreichend Zeit, das glimmende Reet vom Dach herunter zu nehmen. Der untenseitige Brandschutz war unbeschädigt und das Innere des Hauses hatte weder einen Feuer- und noch einen Wasserschaden. Für das Löschen des Testhauses wurden lediglich 1000 Liter Wasser benötigt. Nach dem zweiten Brandversuch wurde das Brandschutzsystem SEPATEC® vom Dänischen Brand- und sicherungstechnischen Institut (DBI) als gleichwertige Alternative zu den anderen bereits existierenden Brandschutzlösungen anerkannt und in die Liste (Merkblatt Nr. 29) der geprüften „Brandschutzsysteme für Reetdächer“ aufgenommen. . | ![]() Anklicken und siehe Notiz von der Dänischen Feuertechnischen Institut (DBI) |